Ausbildung
Das Berufsbild des Ergotherapeuten beziehungsweise der Ergotherapeutin ist ein vergleichsweise neues, das sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA durch Spezialisierungen anderer Heilberufe langsam entwickelte. Heute sind Ergotherapeuten hochspezialisierte und gut qualifizierte medizinische Dienstleister, die in Pediatrie, Gerontologie, Psychiatrie, Neurologie und Orthopädie ein breites Tätigkeitsfeld in privaten Praxen und Kliniken finden.
In Deutschland wurde die erste Lehranstalt für Arbeitstherapeuten, wie das Berufsbild bis 1999 hieß, im Jahr 1959 gegründet. Seither hat sich viel getan. Für angehende Ergotherapeuten führen heute zwei Wege in den Beruf: Am weitesten verbreitet ist der Weg über eine staatlich anerkannte Ausbildungsstätte. Das kann sowohl eine spezialisierte Berufsfachschule als auch eine der zahlreichen privaten Einrichtungen sein, die sich meist in der Trägerschaft von karitativen Einrichtungen oder Kliniken befinden. Die Ausbildung an den staatlich anerkannten Schulen schließt mit einem Examen ab.
Seit dem Jahr 1999 können Interessierte auch Fachhochschulstudiengänge absolvieren. Vorreiter der Hochschulausbildung für Ergotherapeuten war die Europa Fachhochschule Fresenius in Idstein, die heute neben anderen Hochschulen Studiengänge anbietet, die sowohl mit dem Staatsexamen als auch mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) abschließt.
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Ergotherapeuten richten sich zunächst nach der Art der Bildungseinrichtung. Für die staatlich anerkannten Fachschulen oder Berufsfachschulen ist mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss, oftmals aber auch eine Fachhochschulreife notwendig. Das Mindestalter bei Beginn der Ausbildung beträgt 17 Jahre. Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens legen die Bildungsträger weitere Zugangsbedingungen fest. Dazu gehören beispielsweise die Prüfung der gesundheitlichen Eignung oder Aufnahmetests.
Für die Studiengänge Ergotherapie an den Hochschulen gelten die einschlägigen Bestimmungen der jeweiligen Hochschule beziehungsweise der Bundesländer. Das ist in der Regel eine Fachhochschulreife oder das Abitur und gegebenenfalls das Erreichen eines Numerus Clausus. Je nach Hochschule sind auch hier weitere Aufnahmetest oder Aufnahmegespräche nicht unüblich.
Inhalte und Dauer der Ausbildung
Die meisten Ausbildungen im Bereich der Ergotherapie sind auf drei Jahre angelegt und beinhalten einen umfangreichen Praxisteil, der mehr als ein Drittel der Ausbildung ausmacht. Der Praxisteil findet dabei in verschiedenen Fachbereichen statt.
Die Inhalte der Ausbildung decken sowohl ein breites Grundlagenwissen ab, das für eine Tätigkeit im medizinischen Bereich nötig ist als auch vertiefendes fachtheoretisches Wissen. Dazu gehören beispielsweise Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde, Psychologie und Pädagogik, Behindertenpädagogik oder handwerkliche und gestalterische Techniken. Die Mindestanforderungen an die Ausbildungsinhalte werden in Ausbildungs- und Studienordnungen geregelt.
Tätigkeit nach der Ausbildung
Ergotherapeuten finden nach ihrer Ausbildung ein breites Betätigungsfeld vor. Das erstreckt sich sowohl auf den klinischen Bereich als auch auf Tätigkeiten in Praxen oder Privathaushalten.
